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Mögen Sie Glabers?

Autor(en): Stefan Vandenberg

Moira Wolfsfell, die allzeit vielbeschäftigte Statthalterin von Ulfurstud, durchquerte eiligen Schrittes die Straße, die die Schwitzhütte von der Taverne trennte, als sie wie vom Blitz getroffen umkehrte und vor dem Schaufenster der Apotheke unter heftigem Aufwirbeln des Straßenstaubes abrupt innehielt. "Das kann nicht sein," schoss es durch ihren Kopf. Was sie soeben gesehen hatte war ein ausreichender Grund, dem Pharmaceuten einen Besuch abzustatten. Kein Höflichkeitsbesuch - dafür gab es viel zu viel zu tun - aber das, was ihr Auge soeben geschaut hatte, war selbst für eine weitgereiste Hedin ein wenig des Guten zuviel.

Fréderic, der Sohn oder Ziehsohn oder der "was auch immer" von Devereux hatte es sich an der Ladentheke gemütlich gemacht und fischte mit einem Stecken in einem bauchigen Kristallgefäß herum, an dessen Oberfläche ein Feuer brannte. Nun war es nicht ungewöhnlich, ein Aquarium oder Terrarium zu besitzen - von von weit hergereisten Fremden, die die Stadt besuchten, hatte sie schon weit ungewöhnlichere Objekte gesehen - aber in diesem hier ging es ausgesprochen seltsam zu.

Der durchsichtige Hohlkörper war mit zwei unterschiedlichen Flüssigkeiten gefüllt, und in der unteren, kobaltblau gefärbten Schicht tummelten sich merkwürdig aussehende Lebewesen. Aus der darüber liegenden, in einem hellen Honigton schimmernden Schicht, züngelten lustige Flämmchen.

Frederic hob den Kopf, als Moira mit hochrotem Kopf die Türe hinter sich in Schloss fallen ließ und sich vor dem Apothekengehilfen aufbaute.

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