Grisgrim und der Wald
Autor(en): Grisgrim
Es war wieder einer dieser Nachmittage, die ich im Wald nahe Ulfurstuds verbrachte. Die Wanderungen hatten meinem Körper sichtlich gut getan. Vom Alkohol aufgedunsen und durch die vielen durchzechten Nächte und im Alkoholnebel verbrachten Tage, hatten sich meine Glieder schmerzlich der Muskulatur erinnert - und wie -Doch große Erkenntnisse hatte ich bisher noch nicht im Wald gesammelt. Was mir auffiel, war eine leichte, doch stetige Veränderung des Waldes. Kaum beschreibbar, aber bei aufmerksamer Beobachtung doch spürbar. Es schien, als lebe dieser Wald immer mehr. Manche Pfade waren wunderschön und leicht passierbar, andere wiederum dornenreich und finster. Als ob Alswidr und Hyldyr einem den Weg weisen wollten. Natürlich wußte ich, daß, wie in jedem anderen anständigen walischen Wald, auch hier Naturgeister hausten. Dennoch lag Veränderung in der Luft.
Meine Sorgen waren nicht weniger geworden, doch konnte ich hier meine Seele baumeln lassen, die nun freie Moira und all die anderen Heden hinter mir lassen und Kraft sammeln. Hmmmm... Kraft sammeln war das Stichwort, und prompt stand vor mir ein großer, alter, wunderschöner Baum, dessen Wurzeln so sehr mit Moos bewachsen waren, daß er förmlich dazu einlud, sich niederzulassen und etwas nachzudenken... huahhhhhh, gähn, wo kam die plötzliche Müdigkeit her?
Erstaunlich bequem so ein moosbewachsener Baum...
Träumte ich? Wachte ich?
Bilder schossen an mir vorbei. Bäume brannten, axtschwingende Walis hieben auf kämpfende Skelette und andere Abscheulichkeiten ein. Niedergemetzelte Menn und Kunnyren erhoben sich und töteten die eigenen Kinder - Yggrgard fiel.
Ich spürte das Entsetzen des Waldes.
Dann ward es dunkel.
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