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Frohe Walinacht!

Autor(en): Moira Wolfsfell

Traurig sandte ich meinen Blick zum Fenster hinaus. Das Wetter paßte zu meiner Mißlaunigkeit: Sonnenschein, Hitze und ein kolonialbrauner Himmel, wie er greller nicht hätte herabstrahlen können.
Wie ich es haßte! Wie sehr ich doch die Kälte vermißte, die meine Ohren erglühen ließ und meine Haut dazu brachte, munter aufzuspringen und rissig zu werden.
Ich trauerte um die Abende, an denen ich gemeinsam mit Freunden um ein Feuer herum saß, eingemummt in dicke Felle, einen heißen Hedensaft zu mir nehmend. Erinnerte mich sehnsüchtig an die hohen schneebedeckten Nadelbäume, an Hyrden, aus deren Abzügen der Rauch dicke, weiche Säulen erschuf, die sich im trüben Himmel nach üben hin kringelnd verjüngten. An das Knirschen der Stiefel im yarkhanhohen Schnee ...
Ich stand auf und ging einige Schritte im Raum herum. Ein Windzug kitzelte den Vorhang an meinem Fenster und brachte ihn zum tanzen. Doch ehe er mich erreichte, war er schon zu einer lauwarmen Brise verkommen. Ich seufzte.

Träge griff ich zu einem mit Jakhmilch gefüllten Hunr und leerte es in einem Zug.
"Wenn es doch bloß mal wieder Schnee gäbe", murmelte ich bitter. "Wenigstens einen Tag im Jahr."
Doch meine Bitte würde ungehört bleiben. In dieser Gegend würde es wohl nie wieder schneien... aber Halt! Mein Blick verharrte auf einem kleinen Fäßchen Salz. Meine Gedanken machten sich indes auf die Reise zum Lagerhyrd, in dem die Vorräte für die Studur lagerten. Sie berichteten mir, daß es dort, wo sie sich gerade eben noch herumgetrieben hatten, einen ganzen Haufen von diesem weißen Zeug gebe. Eine Idee zwängte sich munter zwischen diese Gedanken und überredete sie, etwas furchtbar Albernes zu tun. Grinsend sprang ich auf und lief zum Lagerhyrd.

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