Seite: 1 · 2 · 3 · 4 · 5 · 6 · 7

Briefwechsel Julien - Moira

Autor(en): Julien Devereux, Moira Wolfsfell

An seine Exzellenz
Grisgrim, Werir der Heden, Heerführer der alten Welt, Flutydlydrar der Blumenküstenwache

und an

Moira, die hochverehrte Statthalterin von Ulfurstud!

Hochedler Herr, gepriesene Dame,

ich darf mich Ihnen an dieser Stelle als Alexipharmaceuticus, Dentist und Chirogos empfehlen. Durch meines eigenen Vaters löbliche Hand ausgebildet in den Gewerken der Pflanzenkunde, Heilmittel und Anatomie der menschenartigen und Halbwesen, wollte es mein Schicksal, dass ich schon in jungen Jahren meine Heimatstatt verlies, um an den Höfen längst vergessener Fürsten das ehrbare Handwerk des Medicus zu praktizieren, weiland ich zu hohem Ansehen und großen Ehren kam.

Weite Reisen über die Alte Welt und mein unermüdlicher Einsatz als Bruch- und Steinschneider in zahllosen Gefechten mehrten meine Talente und ermöglichten es mir, meine Studien in praktischem und theoretischem Sinne fortzuführen, so dass ich nun, da mein Haupt die Farbe von frisch gefallenem Schnee angenommen hat, und meine Füße des ewigen Wanderns müde sind, auf einen schier unermesslichen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann.

Selbstredend behandle ich nicht nur Gebrechen aller Art und bin umfassend mit den neuesten und erprobtesten Heilkräften aus der belebten und unbelebten Natur, aus Kristallen und auch einer Vielzahl anderer Stoffe bekannt, dem ungeachtet erfreute sich stets auch das "liebe Vieh" bester Gesundheit in meiner Nähe - sei es nun aufgrund kurativer oder prophylaktischer Wirkung.

Gesicherter Annahme, dass gerade in einer so jungen, aufstrebenden Stadt wie Ulfurstud, die tagtäglich von zahllosen einheimischen und ausländischen Gästen besucht wird, ein tüchtiger Mann, der sein Handwerk versteht, sein Scherflein zum Wohlgelingen beizutragen vermag, bitte ich Eure Exzellenzen um die Erlaubnis, eine Pharmazie mit angegliedertem Spital bzw. Ambulatorium errichten zu dürfen.

Um Eure Exzellenzen von meiner Kunstfertigkeit zu überzeugen, lege ich meinem Gesuch zwei Phiolen bei. Die kobaldblaue, dem allergnädigsten Werir zugedacht, ermöglicht bei bestimmungsgemäßer Anwendung Eurer Exzellenz Manneskraft aufs zuträglichste zu steigern und fortdauernd zu halten ohne die geringste Belastung für den Körper zu bewirken, und die goldene, für die allerlieblichste Moira, fördert die natürliche Schönheit und erhält aufs vortrefflichste Euer Gnaden Jugend und Ausstrahlung.

Mit ehrerbietendem Gruße

Julien Devereux

Pharmaceuticus, Chriogos, Dentist



weiter >>>