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Des Braumeisters Tod
Autor(en): Moira Wolfsfell
Werir Grisgrim war ein Mensch, der seine Arbeit sehr ernst nahm. Nahezu alles, was ihm unter die Hände kam, mußte er ordnen und wer weiß in wieviele Schubläden und Truhen ablegen. Er hatte sicher einige Informationen über den Braumeister und seinen Sohn. Ich hielt es für unsinnig, an einen Anschlag auf die Hedensaftbrauerei zu glauben. Sicher, sie war die einzige Waligois, ein großes Gebäude, Wind und Wetter trotzend, doch letztlich gab es andere Ziele, die Ulfurstud oder die Walis im allgemeinen härter treffen würden. Ich dachte an den Wachturm und das Höfdhingrathyrd, doch verbannte den Gedanken an eine mögliche Gefahr sofort. Ich würde mich auf Bráthord konzentrieren. Sicher würde ich hier früher oder später fündig werden.Vor dem Höfdhingrathyrd angekommen, hoffte ich, dem Werir nicht über den Weg zu laufen. Ich hatte ihn böse beleidigt und veralbert, doch sicher verstand er den Scherz - nein! Er würde ihn garantiert nicht verstehen! Vid Höggr, ich war dem Untergang geweiht!
Ein kleiner, verdreckter Junge, der mir indes über den Weg lief, brachte mich auf eine Idee, wie ich Grisgrim für eine Weile aus seinen Räumlichkeiten herauslocken und mir und meinen Nachforschungen vom Halse halten könnte. Ich winkte den kleinen Mannr zu mir und hielt ihm ein Goldstück vor die feuchte und verrotzte Nase. Er riß die Augen weit auf und wischte sich mit dem Ärmel durch das Gesicht. Daß seine Nase nun nicht mehr nass glänzte, war nur ein kleiner Trost und machte die ganze Angelegenheit nicht weniger unappetitlich. Nachdem ich ihm erklärt hatte, was er für dieses Gold zu tun hätte, strahlte er und antwortete mir mit einem "Klaro! Is' doch nich' schwer!" Er griff nach dem Goldstück und verstaute es sicher in seinem Geldbeutel. Ich war mir fast sicher, daß sich in diesem Beutel kein weiteres Gold befand, sondern vielmehr kleine, matschige Tierchen dort herumwimmelten. Dennoch erfreute ich mich an dem Gedanken, die Schreibstube des Werirs für einen kleinen Moment für mich allein zu haben.
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