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Windspiel

Autor(en): Moira Wolfsfell

Ich gebe zu, sie war eine sehr hübsche Frau, aber das rechtfertigt noch lange nicht dieses alberne Benehmen! Ich stand auf, klopfte den Staub aus meinen Kleidern, stellte mich neben meinen, ja, meinen Byrdmannr, und legte meinen Arm besitzergreifend um seine Hüfte. Die Schöne hatte goldblondes Haar, das ihr bis zu den Kniekehlen zu reichen schien. Ihre Augen waren blau und tief, wie ein kristallener Bergsee und sein Mund so weich und sanft wie frisch gefallener Schnee. Seine Schultern waren breit, und die Beine dieses fremden Mannres stark und kräftig. Als er zu reden begann, ließ ich von Tyggris ab, machte wie von selbst einen Schritt zu dem Fremden hin, während der Byrdmannr unverständlicherweise einen ebensolchen zurücktrat. "Nach Ulfurstud..." säuselte ich süß und reichte ihm meine Hand zum Gruß.

Der wunderschöne Mannr ergriff sie und hielt sie wärmend mit beiden Händen fest.
"Ihr braucht keine Angst zu haben, die Gastropoden sind nicht so schnell."
"Die was?" unterbrach Tyggris die Ruhe und Schönheit des Augenblicks.
"Ga-stro-poden. Die großen Wesen, vor denen ihr gerade weggelaufen seid!"

Während ich an den Lippen des Schönen hing (und am liebsten nicht nur an ihnen gehangen hätte!), begann der eifersüchtig wirkende Byrdmannr zu protestieren: "Wir sind nicht weggelaufen! Wir hatten es eilig, in die Studur zurückzukehren, um dort noch einen Hedensaft zu uns zu nehmen!"
"Ist das so? Nun, ich wollte euch nicht entzürnen." Nach einer kurzen Pause, und nachdem er meine Hände wieder freigab und die von Tyggris nahm, fügte sie hinzu: "Ich dachte lediglich, es würde euch interessieren."
"Aber sicher", hechelte Tyggris in einer wenig schicklichen Weise. Er hing an den Lippen der Schönen - und vermutlich hätte er am liebsten nicht nur an ihnen gehangen! dachte ich abschätzig.
"Nun, Tyggris" sie wandte sich meinem Begleiter zu, "und Moira", dabei schaute er mich freundlich an, "wir werden uns noch des öfteren begegnen, dessen könnt ihr euch sicher sein."

Die Schöne wandte sich um und verschwand zwischen den Bäumen am Wegesrand. Ich winkte ihm hinterher.


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