· 23 · 24 · 25
Windspiel
Autor(en): Moira Wolfsfell
Müde und benommen stolperten wir zu meinem kleinen Hyrd. Der Schneefall hatte, gerade, als wir die Palisade hinter uns gelassen hatten, aufgehört. Ein dicker, übelriechender Geruch stieg mir in die Nase. Während der alte Mannr uns noch lange nachschaute, beschloß ich, es Tyggris zu gestatten, ein Fell in meiner Hütte auszubreiten, um sich den viel zu langen Weg zum Außenposten der Blumenküstenwache zu ersparen.
Zugegeben, dies war nicht der wirkliche Grund. Ich bot es ihm an, um mich zusammen mit seinem begnadeten Körper in warme Felle zu kuscheln...
Was für ein wundervoller Mond, der dort vom schwarzen Himmel schien. Wie dort die goldnen Sternlein prangten, am Himmel hell und klar. Ich erschauerte erneut ob der Macht der Natur und spürte die wohlig wärmende Hand von Tyggris auf meinem Rücken. Auch, wenn ich ihm in diesem Moment in die Augen blickte, auch, wenn mir ein heißer Schauer über den Rücken huschte, so schwirrten meine Gedanken längst nicht nur um ihn.
War ich wirklich in die Welt, die ich heute früh verlassen hatte, zurückgekehrt, oder wurde vielleicht noch ein weiteres Spiel mit mir getrieben? Mein Gehirn hatte seinen Streik beendet und arbeitete auf Hochtouren. Doch trotz seines Fleißes blieben viele Fragen ungeklärt und verwirrend. Vielleicht sollte ich ihm eine Weile Urlaub gönnen, beschloß ich und verfiel in den dumpfen Trott der letzten Hunren.
Knirschend, einen Fuß vor den anderen in den Schnee setzend, erreichten wir mein kleines Hyrdslytt. Das Windspiel, das mir Tyggris heute morgen noch geschenkt hatte, klimperte nicht. Es war jedoch zu dunkel, und ich war zu müde, um die wenigen Schritte dorthin zu gehen und nach dem Rechten zu sehen. Also schlurfte ich direkt zu meinem Hyrd, hob meine Hand, um das Fell vor der Tür zur Seite zu schieben und erschrak, als meine Fingernägel auf Holz schabten. Was war das?
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