Mögen Sie Glabers?
Autor(en): Stefan Vandenberg
"Hochverehrte Frau Stadthalterin, einen wunderschönen guten Morgen, was kann ich für Euch tun?""Wwwas - was ist das?", dabei deutete sie mit ihrem Finger auf das Gefäß.
"Oh, wie unhöflich von mir - möchtet Ihr probieren? Wartet, ich hole Euch auch einen Stab."
"Ich brauche keinen Stab. Ich möchte nur wissen, was Ihr da tut. Mir wurde schon davon berichtet, dass sich hier in der Apotheke merkwürdige Dinge zutragen. Aber gerade eben habe ich es mit eigenen Augen gesehen.... Also ..."
"Merkwürdige Dinge?", aus dem Hintergrund der Apotheke ertönte die sonore Stimme Devereux. "Liebste Moira, welche ‚merkwürdigen Dinge‘ meint Ihr?"
"Ddda - da - seht nur. Vor einigen Tagen kam eine Kunnyr zu mir, die mir berichtete, wie hier in der Apotheke Tiere zu Tode gequält würden - vor den Augen der Kunden. Und heute morgen - da - ssschon wieder."
Ziemlich unbeeindruckt von dem Geschehen um ihn herum hatte sich Fréderic mit dem Glasstab in seiner Hand zwei weitere dieser fleischfarbenen, unbehaarten, zylinderförmigen Wesen geangelt und hielt diese nun in die Flamme. Entsetzt musste die Statthalterin beobachten, wie die Kreaturen unter Ausstoß eines kurzen Laut des Vergnügens zuerst dunkelrot anliefen, dann aufplatzten und so zu wollartigen Kugeln wurden.
Devereux war zwischenzeitlich zu Moira in den Kundenraum getreten und deutete auf den Stab, der nun ein betörendes Vanillearoma verströmte. "Das sind Glabers - möchtet Ihr welche?"
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