Es grünt so grün,...
Autor(en): Moira Wolfsfell
"Ein grüner Istroll?" versuchte ich es weiter. "Hm. Ein Baum macht schließlich keine Musik", stellte ich nüchtern fest und ging zum Fenster, um ein wenig frische Luft in mein von Rauchschwaden durchzogenes Hyrd zu lassen. In dem Moment, als ich den Ledervorhang zur Seite schob, traf es mich wie ein Schlag:Anstatt der Dunkelheit des Waldes entgegenzusehen, die mein Hyrd in einer mondlosen Nacht wie dieser umgeben sollte, wurde ich geblendet von einem Grün, welches von den Blättern der Bäume strahlte.
Ich zwinkerte.
Ganz langsam verblaßte die Farbe, die mich noch soeben dazu gebracht hatte, meine Augen zusammenzukneifen, gerade so, als würde ich in die grelle Mittagssonne schauen! Ich ließ den Vorhang fallen und trat benommen vor die Tür meines Hyrds.
Weich lag auf den Blättern des Waldes ein seidiger Schimmer. Das Pfeifen in meinem Kopf wurde leiser und verschmolz mit dem Grün zu einem weichen, runden Ton. Meine nackten Füße schlurften lautlos durch den Schnee, und führten mich, die ich ihnen wehrlos, zufrieden und traumwandlerisch folgte, in das dichte Gehölz. Moos dämpfte meine Schritte und wärmte meine Füße. Ich blickte in den Himmel. Zwischen dem grün-glimmenden Blätterwerk der Bäume sah ich die Schwärze der waligoischen Nacht. Ein Schauer lief über meinen Rücken und ich kam zu mir.
"Försakret!" stieß ich böse und mehr als verwundert aus. "Was, bei Höggr, war das?""
Natürlich hatte ich nicht den Hauch einer Angst, doch die Kälte und der scharfe Wind, der mich eisig umwehte, brachten mich dazu, so schnell wie möglich durch die vollkommene Finsternis zu meinem Heim zurückzustolpern.
Schlotternd schob ich mich zwischen die Decken und Felle meiner Schlafstatt und starrte verwirrt geradeaus. Ich sollte nicht soviel Yakhmilch saufen, beschloß ich und wußte doch gleichzeitig, daß weder die drei Hunren Yakhmilch, noch die zwei Becher Hedensaft oder das halbe Fäßchen Met Schuld an dieser Erscheinung waren.