Zum Hügel
Autor(en): André Jarosch
Eine seltsame Erscheinung bot sich den Gasthausbesuchern: Ein junger, bärtiger Mann in dünner Sommergewandung, die nur dürftig mit mehreren Umhängen unter Zuhilfenahme einiger Fibeln halbwegs wintertauglich gemacht geworden war. Er hatte ein großes Bündel bei sich, das aussah, als würde es seinen gesamten Hausstand beherbergen; zudem schien er unbewaffnet zu sein, besaß offensichtlich keine Kopfbedeckung und sah nicht nur durchgefroren, sondern auch hilfesuchend aus.
"Ich zuche eine gewizze Moyhra Wolfzfaell!" hörten die aus den unterschiedlichsten Kulturen stammenden Gaststättenbesucher, unter denen sich aber ein Großteil Walis der vier Stämme befanden, den seltsamen Neuankömmling stark akzentuiert ausrufen. Sein schlechtes Walisch hätte zu einem Hindernis bei seiner Suche werden können, da Walis nicht gerade dafür bekannt sind, in ihrem eigenen Land Fremdsprachen gegenüber aufgeschlossen zu sein. Wie gut für den Fremden, daß die Stadtherrin und Besitzerin des Gasthauses, Moira Wolfsfell, gerade selbst zugegen war.
"Ich bin es, die Ihr sucht." meldete sich die Stadtherrin, ihr Gespräch unterbrechend, sogleich. Ihren sichtlich erleichterten Gesprächspartner zurücklassend, der ohne diese Unterbrechung wahrscheinlich noch über Stunden der "plappernden Wölfin" hätte zuhören müssen, kam Moira mit fragendem Blick auf den fremden Neuankömmling zu.
"Und wer seid Ihr?"
Eine Geste machend, die sowohl eine Begrüßung darstellte als auch seinen Respekt ausdrückte, antwortete der Fremde: "Ich bin Slaceo Moch auz Tir Thuatha. Ich komme wegen dez Bahdehausez. Ich hatte Ihnen gezriben."
Ein Lächeln zeichnete sich auf Moiras Gesicht ab. Sie erinnerte sich an den Schriftwechsel. "Einer der neuen Gewerbetreibenden für die Stadt ist eingetroffen!" fuhr es ihr durch den Kopf.
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