· 23 · 24 · 25
Windspiel
Autor(en): Moira Wolfsfell
"Was ist das?" fragte ich ungestüm.
"Hm?" machte Tyggris dumpf, den ich in nächster Zukunft wohl nicht mehr in meine Gespräche mit einbeziehen würde.
Im Dunkeln kratzte ich an einer Tür. Einer Tür? Försakret! Eine Tür!
Irgendein Spaßvogel hatte in meiner Abwesenheit eine Holztür in den Rahmen gebaut. Nun, ich wäre erfreut gewesen, hätte man mich gewarnt, so aber blieb mir nur die Erkenntnis, daß ich, daß wir! diese Nacht ohne Schlüssel mein Hyrd nicht betreten könnten. Verärgert trat ich gegen die Tür. Nicht einmal. Nicht zweimal. Ganze dreimal!
Dann drehte ich mich um, lehnte mich resigniert zurück und schaute Tyggris an. "Es tut mir leid, mein Lieber, aber heute Nacht werden wir wohl im Plappernden Wolf schlafen müssen."
Gerade, als der müde, aber mich trotzdem aufmunternde Blick Tyggris den meinigen traf, wurde die Tür, an der ich eben noch so entspannt gelehnt hatte, ruckartig geöffnet.
Zäh und träge kippte ich rückwärts um.
Mein Blick erfaßte die Zimmerdecke, die mir durchaus bekannt war. In meinen Augenwinkel schob sich sodann ein Gesicht, welches mir ebenso vertraut schien.
"Jedder?" brummte ich mit dem Schrecken der Erkenntnis hadernd. "Jedder van Dijk? Was macht ihr in meinem Hyrd?!"
Ein ebenso verwunderter wie amüsierter Blick tropfte als Antwort auf mich herab. "Moira Wolfsfell? Man sagte mir, ihr wärt verschwunden, gar tot! Das ist ja man ein Ding, was?"
So ein Ding, wie Jedder das meinte, was es wohl nicht, jedenfalls dachte ich mir das in diesem Moment. Ich rappelte mich also auf und ließ meine Autorität spielen: "Ich frage euch noch einmal: Was macht ihr in meinem Hyrd?" Erneut konnte es Jedder nicht lassen, mir sein feistes Grinsen unterzujubeln: "Ich wohne hier seit mehreren Monden!"
Nun, das war wirklich ein Ding!
+ + +
weiter >>>