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Lost in Spheres
Autor(en): Moira Wolfsfell, Grisgrim
Die Tage vergingen und ich begann, mir um meinen Posten als Studlydyr Sorgen zu machen. Vor dem ehemaligen Höfdhingrádhyrd hatten sich scheinbar sämtliche Einwohner Ulfurstuds versammelt und verlangten nach Nahrungsmitteln und dem Werir.
Hatte ich nicht alles getan? Verzweifelt legte ich meinen Kopf in meine Hände und starrte auf die Tischplatte - eine fast grisgrimesque Haltung.
"Keinen Honig mehr!" drangen die Stimmen in meine Schreibstube.
"Nie wieder teuren Fisch!"
Ich verstand die Menschen dort draußen. Ulfurstud war schon immer von Gütern außerhalb Waligois abhängig gewesen. Felder hatte es nie gegeben - wie auch? In einer Eiswüste ist es nahezu unmöglich, Getreide anzubauen - und das Korn, welches sich noch im Lager befand, war fast verbraucht und durfte nur sparsam verwandt werden.
Bauern hatte es im früheren Ulfurstud nie gegeben. Deshalb gab es wohl auch nur wenige, die es geschafft hatten, einiges Gemüse auf dem begrenzten Land vor ihrer Hyrdtür anzubauen. Doch nur selten wurde das geerntet, was auch gesät wurde. Seltsame Mächte schienen sich gegen uns verschworen zu haben: Es schien Glückssache zu sein, ob dem Samen einer Möhre tatsächlich eine Möhre entwuchs oder eine seltsame Frucht, die nach Blauwasser oder Misthaufen schmeckte. Die Natur spielte den Einwohnern seine Streiche. Das Schlimmste jedoch war, daß sich außerhalb der Studur die Welt vollends verändert hatte: Nichts war mehr so, wie es einst war. Wunderliche Tiere und unheimliche Pflanzen umringten uns, und es gab wenige, die sich ins Umland trauten. Geschichten erzählten von Begegnungen mit Ungeheuern und sprechenden, bunten Tieren, und auch ich hatte bereits Erfahrungen mit lachenden Bäumen und sich verwandelnden Jakhs gemacht. Ich wußte, wovon sie sprachen. Keine zehn Jakhs würden mich noch einmal vor die Palisade treiben! Und wie ich, dachten auch die, welche den Versuch angestellt hatten, vor den Toren Ulfurstuds Getreide anzubauen...
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