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Lost in Spheres

Autor(en): Moira Wolfsfell, Grisgrim

Ein Raunen ging durch die Menge und die Zwischenrufe verebbten. Ich schluckte und begann:
"Wir müssen gemeinsam versuchen, den Mißstand zu bekämpfen und es zu schaffen, daß auf dieser seltsamen Erde etwas wächst, das man auch essen kann! Wir müssen GEMEINSAM vor die Tore der Studur gehen, und das, was dort ist und uns in Angst und Schrecken versetzt, in seine Schranken weisen!"
Jetzt war ich in meinem Element. Ich spürte die vielen Augenpaare, die gebannt an meinen Lippen hingen. Sie lauschten meiner Rede, und ich mein Hirn rasselte so schnell wie meine Zunge plappern konnte. Es konnte los gehen: "Wir leben nun auf einer verteidigten Insel der Freiheit. Aber unser Leben ist mit dem des Festlandes verbunden, und deshalb fordere ich euch auf, den Blick über die Gefahren des Heute hinweg auf die Hoffnung des Morgen zu richten, über die Freiheit dieser Studur und über die Freiheit dieses Landes hinweg auf den Vormarsch der Freiheit überall auf Magira, über die Palisade hinweg auf den Tag des Friedens mit Gerechtigkeit. Die Freiheit ist unbesiegbar, und wenn wir in dieser feindlichen Umwelt nicht überleben können, dann sind nicht alle frei. Aber wenn der Tag gekommen sein wird, an dem alle die Freiheit haben und Ulfurstud mit dem Umland endlich vereint ist, dann, wenn wir keine Angst mehr haben, vor die Tore der Studur zu treten, wenn dieser Tag gekommen sein wird, können wir mit Befriedigung von uns sagen, daß wir Einwohner Ulfurstuds und diese Studur der feindlichen Umgebung die Stirn geboten haben. Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Studur Ulfurstuds, und deshalb bin ich als freie Kunnyr stolz darauf, sagen zu können:
  Ich bin eine Ulfurstudyr!" (frei nach John F. Kennedy 26.06.1963)

Es war totenstill.
Der Schweiß rann mir von der Stirn, meine Augen waren geschlossen, und ich hörte mein eigenes Herz wie einen Schmiedehammer schlagen.

Dann ein einzelner Ruf.
"Sie hat Recht!"
Und: "Wir schaffen das!"
"Ich bin ein Ulfurstudar!"
"Ich auch!"
"Wir alle! GEMEINSAM!"

Plötzlich redete alles durcheinander. Die Stimmen schwollen zu einer schon fast faßbaren Masse an, die sich durch das Fenster drückte und mich auf den Boden zwang. Mein Kopf war wie leergefegt. Mein Herz raste.
Ich hatte mich um Kopf und Kragen geredet. Doch konnte ich das wirklich schaffen? Hatte ich die Kraft, die Menschen in dieser Zeit zu führen?

Ich mußte mit Grisgrim reden. Er war der einzige, der mir noch helfen konnte.



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