· 23 · 24 · 25
Windspiel
Autor(en): Moira Wolfsfell
Es wäre falsch, wenn ich schrieb, die Studur hätte sich gewandelt... sie hatte sich völlig verwandelt.
Ich erkannte sie beim besten Willen nicht wieder! Hyrden, dicht an dicht, standen zusammengedrängt an den Straßenrändern, Menschen liefen quer über die Wege, stolperten, wurden von den vorbeirauschenden Planwagen fast mitgerissen, schienen daran gewöhnt. Eine ständige Bewegung dröhnte unausstehlich in meiner in der Erinnerung so beschaulichen Studur Ulfurstud.
Und dann dieser Geruch! Erst jetzt erinnerte ich mich an den gestrigen Tag, an dem ich erschöpft und wie aus Träumen erwacht, zu meinem Hyrdslytt marschierte, und einen Gestank ausmachte, der auf keine Jakhhaut ging. Es stank. Und zwar erbärmlich.
Prüfend ließ ich meine Augen wandern. Nein, keine Fleischberge, keine Schmeißfliegen. Ich war beruhigt. Jedenfalls für einen Bruchteil eines Schluckes.
"Heh da! Junge Frau! Geht zur Seite!" brüllte mich ein Mannr mit einem Karren an. Dieser war beladen mit Holzkisten, in denen wiederum Hähne und Hennen gackerten, ihre Exkremente über das Holz verteilten. Ich stolperte einige Schritte zurück, um gleich vom Nächsten angegrunzt zu werden: "Merkt ihr nicht, daß ihr im Wege steht?" Er schubste mich und murrte noch "Geht doch!", als ich schon wieder fest auf meinen Füßen stand, tief einatmete und brüllte: "BJARSKÖRTDRET! Was - vid Höggr! - ist hier geschehen? ICH bin immer noch die STUDLYDYR von Ulfurstud!"
Es wurde still um mich herum.
Die Menge glotzte.
Doch es dauert nicht lange, bis die ersten von ihnen lachten und ihrer Wege gingen. Auch der Rest, der mich bedauernd anstarrte, wandte sich wieder seinem vorherigen Tun zu.
"Was ist hier passiert?" flüsterte ich leise.
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