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Lost in Spheres
Autor(en): Moira Wolfsfell, Grisgrim
Mit einer halben Schüssel Sülze im Bauch machte ich mich nach einer Weile auf zu meinem Hyrdslytt. Ich trat auf die Straße hinaus, wo mich prompt eine Traube von Fliegen umschwärmte. Nicht, daß ich generell etwas dagegen hätte, umschwärmt zu werden, aber das ging ein wenig weit. Ich pustete mir die Fliegen vom Mund und blieb stehen. Seltsam, bei der Blymdstöndervördur hatte ich nicht eine Fliege gesehen. Und was hatte Grisgrim damit gemeint, als er von "Fliegentot" sabbelte?
Hatte er etwa...? Ich kniff meine Augen zusammen und überlegte. Keine einzige Fliege schmiß sich noch artgerecht an die Soldaten der Blymdströndervördur - Er hatte! Nur wie hat er es geschafft, die Fliegen loszuwerden? Mit einem Fluch? Einem Galdrar?
Mich schauderte bei dem Gedanken daran, daß Galdrarmenn in Ulfurstud ihr Unwesen treiben könnten. Und doch waren die Viecher weg, und der försakret Barning eines Clanthers hatte mir nichts davon erzählt!
Ja, Grisgrim war wieder ganz der Alte. Aber ich auch! Das würde er noch beizeiten bemerken!
Ich schwang herum und lief zurück zur Blymströndervördur. Ein sehr junger, in Uniform gekleideter Mannr, wagte es, sich mir in den Weg zu stellen.
Kannte er mich nicht?
Nicht, daß er den Befehlen der Studlydyr gehorchen müßte, aber er sollte - um sein eigenes Wohl besorgt - wissen, daß man sich einer verärgerten Moira Wolfsfell nicht in den Weg zu stellen hat! Ich hatte ihn noch nie zuvor gesehen, vermutete also, daß er noch nicht lange in Ulfurstud weilte. Also blieb ich gelassen und freundlich: "Den Galdrarmannr will ich sehen!" fauchte ich ihn an.
"Weshalb wollt ihr denn zu ihm?" Der junge Mannr schaute mich herausfordernd an. Ooooh, wie ich es hasse, wenn jemand versucht, seine Überlegenheit und seine Position auszuspielen!
"Weil ich die Studlydyr dieser Studur bin, vid Höggr, und das Recht dazu habe!"
Das saß. Und es bewies mir, daß ich mit meiner Annahme recht hatte. Er hatte nicht die geringste Ahnung, daß ich eigentlich nichts auf dem Gebiet der Blymströndervördur zu suchen hatte. Was für ein Spaß!
Er huschte unsicher davon, und ich sah nicht mehr als eine Staubwolke.
Einen Schluck später kam ein bärtiger, großgewachsener und in einen schwarzen Umhang gehüllter Mannr zu mir. "Yrr kvedret", rief ich ihm freudig, doch nicht ohne Vorsicht zu. Man wußte nie, was so ein Galdrarmannr anstellen könnte, wenn man das falsche Wort sagte.
Anstatt zu antworten, legte er nur fragend den Kopf schief und schaute mich würdevoll an.
"Ich, öh,.." stotterte ich, "möchte euch bitten, die Fliegenplage auch außerhalb der Mauern der Blymströndervördur wegzu...zaubern."
"Hm-hm", machte der Bärtige. Ich meinte, ein fröhliches Blitzen in seinen Augen gesehen zu haben.
Dann strich er seinen Umhang glatt und ging von dannen.
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