Mögen Sie Glabers?
Autor(en): Stefan Vandenberg
"Julien Devereux, was denkt Ihr von mir? Ich soll ein - was ist das eigentlich? - essen, das Ihr hier vor meinen Augen in ein Rauchopfer verwandelt habt? Das ist widerlich!"Fréderic hatte seine Glaber mit vergnügten Ausdruck verspeist und schickte sich an, die nächsten aufzuspießen.
"Haltet ein. So kann das nicht weitergehen. Das muss ich dem Werir erzählen. Ich weiß nicht, woher Ihr kommt, was Ihr früher gemacht habt, aber jetzt seid Ihr hier, um Leben zu retten, und nicht, um Eurer merkwürdigen Leidenschaft zu frönen. Macht das von mir aus in Eurem Hinterzimmer, noch besser Ihr tut es bei Euch zu Hause - aber auf keinen Fall hier, wo jeder Euch sehen kann ..."
Noch bevor sie weitersprechen konnte, ergriff Devereux ihre Hand. "Wartet bitte, teure Freundin," redete er beschwichtigend auf sie ein. "Das ist alles nicht ganz so, wie es aussieht."
Moira, schon im Begriff die Apotheke zu verlassen, hielt inne. "Gut, dann erklärt es mir." Und an Fréderic gerichtet: "Hört endlich damit auf - sofort!"
Julien führte Moira näher an das Kristallgefäß. Er deutete auf die walrossförmigen "Objekte der Begierde", die von all der Aufregung um sie herum keine Kenntnis nahmen und sich wie verliebte Fische in ihrer Flüssigkeit bewegten.
"Das sind keine Tiere," fuhr Devereux fort, "es sind pflanzenartige Lebewesen, für die es den Ausdruck höchster Hingabe bedeutet, sich für die Ernährung anderer aufzuopfern." Er griff nach einer Pinzette, entnahm eine der Kreaturen und legte sie sich auf die flache Hand. Das Wesen lag wie tot und als Moira es vorsichtig berührte konnte sie feststellen, dass es kein Anzeichen von Leben von sich gab - zumindest keines in der Art, wie es die Animalischen tun.
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