Seite: 1 · 2 · 3 · 4 · 5 · 6 · 7 · 8 · 9 · 10

Zum Hügel

Autor(en): André Jarosch

Slaceos Eltern waren Handwerker aus dem Reich des Feuers gewesen, welche sich in Tir Thuatha niedergelassen hatten. Slaceo mußte schon als Kind darunter leiden, daß sein Nachname auch der Name eines, drückt man es freundlich aus, nicht besonders bevorzugten Gottes in Tir Thuatha war: Moch war der Gott der Tuach na Moch, des Hügelvolkes und als solches für den Tod zuständig.

Diese Außenseiterstellung konnte er nie beseitigen, daher begnügte er sich schnell damit, nur mit wenigen Leuten privat in gutem Kontakt zu stehen und ansonsten sein Leben auf das Geschäft auszurichten. Slaceo handelte mit diesem und jenem und versuchte sein Glück mit der Eröffnung eines Lebenstraums: Er eröffnete ein Badehaus, welches eine Mischung aus denen im Reich der Legion und Tir Thuathas darstellte. Da er jedoch in einer kleinen Siedlung lebte, die Menschen dort ihn immer noch als Auswärtigen ansahen und sein Name nach wie vor zu abergläubischen Reaktionen wie dem Ausbleiben von potentiellen Kunden, führten, empfand er Tir Thuatha nicht als wirkliche Heimat und entschloß sich, als seine Eltern verstarben, dieses Land zu verlassen. Als die Kunde über die Gründung dieser neuen Stadt Ulfurstud, nach Tir Thuatha drang, begann Slaceo einen Briefwechsel mit der Stadtherrin Moira Wolfsfell, um dort ein Stück Land zu erwerben, an dem er ein neues, schöneres, gewinnbringenderes Badehaus errichten könnte. Schon im Spätherbst des Jahres 39 ndF wurde das Geschäft abgeschlossen. Im Spätwinter des selben Jahres war er nun persönlich mit seinen wenigen Habseligkeiten hier eingetroffen, um den Bau des Hauses zu organisieren. Er hatte Tir Thuatha endgültig hinter sich gelassen und beabsichtigte niemals zurückzukehren.


"...und da die Winther hier länger und härter zind, alz in Tir Thuatha und mein Badehauz mehr zu biethen haben wird, alz eine gewöhnliche walize Zwitzhütte, bin ich der Anzicht, daz diez eine Bereicherung zowohl für mich, alz auch für eure neue Ztadt sein wird, teure Moyhra Wolfzfaell." schloß er seinen nicht enden wollenden Monolog und griff zum Trinkhorn, als ob er betonen wollte, daß seine Rede damit endete. Es war zwar ganz interessant, etwas über die neuen Einwohner der Stadt zu erfahren, doch dieses Mal mußte Moira die Erfahrung machen, wie es ist, selbst voll geplappert zu werden. Moira berichtete daraufhin von ihrem Auftrag, die Stadt zu gründen und ihrem Bemühen, die Stadt für jedwede Gruppe Siedler und Geschäftsleute attraktiv zu gestalten, nicht ohne die eine oder andere Anekdote zum Besten zu geben. Weitere Hörner Yakhmilch und einige Geschichten und Informationen später, bei denen mal Moira, mal Slaceo plapperten, gingen auch die letzten Gäste, die zum Schluß sogar miteinander wetteten, wer denn diesen "Laberwettstreit" gewinnen würde. Moira realisierte, wie spät es schon war, bedankte sich für den "netten Abend", verschaffte, da das Schneetreiben nicht nachließ, Slaceo einen Schlafplatz im Gasthaus. Sie versprach, am morgigen Tag wegen der Formalitäten wieder auf ihn zuzukommen und ihm auch eine Stadtführung, im besonderen mit der Besichtigung seines Baugrundstückes, zuteil werden zu lassen. Slaceo ging rechtschaffen müde und, ob des Gesprächs mit dieser netten Wali, mit guter Laune zu Bett.

+ + +



weiter >>>