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Lost in Spheres

Autor(en): Moira Wolfsfell, Grisgrim

Moira:

"Hm? Was?"
Ein Kribbeln an meinem Bein riß mich aus meinen tiefen Träumen. Als ich versuchte, meine Augen zu öffnen, lief mir ein dicker Schweißtropfen ins Auge: "Hymmur, Söbur urd Snurn! - bin ich etwa schon wieder in der Schwitzhütte eingeschlafen? Daß diese Typen einen aber auch nie aufwecken können... und zugedeckt haben sie mich auch..." Endlich erwachte ich wirklich - und stutzte - wie es sich gehört.
Ein Fell... mein Fell... meine Hütte! Vid Höggr, ich war in meinem Hyrdslytt (Hütte, Häuschen), und es war kochend heiß!
Der Gedanke an eine Feuerbrunst, die sich über Nacht ausgebreitet haben könnte, ließ mich aufschrecken. Ich sprang aus meinem Bett, um zur Feuerstelle zu hetzen und rutschte sodann in einer großen Wasserpfütze aus. Ausnahmsweise einen Fluch unterdrückend rappelte ich mich auf und schaute mich um.
Seltsam. Meine Feuerstelle war weg. Stattdessen starrte ich auf den Fellvorhang, der ruhig und schwer über meiner Tür hing. Ah. Die Tür. Ja. Und dort ist ja auch die Feuerstelle. War die nicht gestern noch... nein. Kann ja gar nicht.

Schwer verwirrt kam ich wieder auf die Füße. Einen Schwarzbohnentrunk wollte ich mir heute nicht zubereiten. Es war zu warm, um im Hyrd ein Feuer zu machen. Stattdessen tastete ich mich vorsichtig zu meinem Waschzuber hinüber und wusch mir das Gesicht. Meinem Körpergeruch nach zu urteilen, sollte ich wohl besser ein Bad nehmen, doch zuerst wollte ich herausfinden, was es mit der unglaublichen Hitze auf sich hatte. Ich zog mich an und trat vor die Tür.

Dichte, stickige Nebelschwaden umschlossen mich. Eine feucht-heiße Brise umschmeichelte meine Haut, und die Sonne brannte trotz des Nebels erbarmungslos vom Himmel herab. Ich blinzelte. Irgendetwas hatte sich verändert, mein Orientierungssinn schlug Alarm, und mein Magen rebellierte. Mit einem flauen Gefühl machte ich mich auf den Weg zur Straße, die mich ins Herz von Ulfurstud bringen sollte. Die schattenspendenden Bäume schienen ebenso verwirrt zu sein wie ich, doch schlug ich mir diesen Gedanken so schnell, wie er gekommen war, wieder aus dem Kopf. Ich mußte wirklich irre geworden sein, wenn ich mich schon um Bäume sorgte!
An der Straße bog ich schnellen Schrittes links ein. Was denkt wohl der Werir über diesen seltsamen Wetterumschwung? Nun, ehrlich gesagt konnte ich es mir schon jetzt denken: "Moira hat wieder einmal Mist gebaut..." Aber diesmal hab ich wirklich nichts getan! Oder doch?

Ich lief und lief und lief. Die Straße wollte einfach kein Ende nehmen, und meine Beine wurden von der ungewohnten Hitze dick und schwer wie eine trächtige Jakhkuh. Längst hätte ich schon die Grenzen der Studur überschritten haben müssen, doch wo war Ulfurstud abgeblieben? Wo waren die Menschen?
Als mir der Schweiß nicht nur mehr den Rücken hinab rann, sondern bereits weiter unten befindliche Zwischenräume erreicht hatte, ließ ich mich auf einem Stein am Wegesrand nieder.



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