Koggen vor Ulfurstud
Autor(en): Grisgrim, Ethron & Moira
"Sofort alle Seewölfe zum Kriegsthing rufen, hißt unter unser Wappen das von diesem Van Dijk und versucht, ihn ausfindig zu machen." Mal schauen, ob Reikha sich traut, ein Kontor vom Dijk anzugreifen. "Schickt jemanden zum Schiff und ladet Reikha Van Cordhes ein. Mal sehen was sie will. Und weckt, försakret noch mal, Moira! Die soll sich auch einfinden." Leise fügte ich hinzu: "Höggr sei mit uns, diesmal steht uns keine Affenarmee des Hou bei."
Der Byrdmannr sah mich verständnislos an. "Welche Affenarmee?" fragte er mich.
"Es ist schon einige Jahre her, als ich meine Familie auf Huanaca besuchte und die Frysen die Stadt attackierten. Reikha, diese vermaledeite, frysische Heerführerin, griff überraschend und hinterhältig die walisch verwaltete Ao-Lai-Stadt an der Blumenküste an. Unter Einsatz von Kamikaze-Affen wurde damals die frysische Flotte fast restlos versenkt. Im Heeresjargon spricht man heute noch von einer angesagten Achtzehn", erklärte ich dem Byrdmannr, der sodann den Kopf schüttelte, sich umdrehte und bis auf weiteres verschwand.
Ich betrat den Raum des Flottenführers der Ulfgard und kramte in einer alten Kiste. Voller Stolz setzte ich meinen alten, verstaubten, hedischen Helm auf. Ich öffnete ein Fenster meines Zimmers und schaute auf Ulfurstud hinab:
Die Stadt war von den Invasoren5 gut gerüstet worden: Hohe, steinerne Stadtmauern wurden durchbrochen von Türmen und Bergfrieden, waren bestückt mit Onagern, Skorpionen, schweren Rotzen und Katapulten und würde eine schnelle Eroberung fast unmöglich machen. Doch die Ulfgard war noch im Wiederaufbau begriffen. Neben Menschen aller Herren Länder dienten nun auch Zwerge. Sie waren es, welche die durch die Echsen entstandenen Löcher in Ulfurstud miteinander verbunden und geflutet hatten. Dann hatten sie Moira, der Studlydyr6, erklärt, daß man nun seinen Unrat in die Löcher, statt in die Straße werfen könne. Sie nannten es Cahna-Ly-Sati oder so. Ich schüttelte meinen Kopf. Hier waren doch alle verrückt.
Die letzten Tage hatte in dieser Stadt nicht nur die Erde gebebt, sondern es hatte andauernd ohne Kälte geschneit, und Licht und Dunkelheit hatten sich abgewechselt. Der Himmel wurde nicht mehr blau, und nun, als sich alles aufgeklärt hatte, war das Meer voller Koggen.
Es klopfte an meiner Tür. Ein Byrdmannr salutierte: "Mein Flutydlydrar, die Frysen fragen, was wir auf frysischem Hoheitsgebiet zu suchen haben!"
Ich schaute ihn verwirrt an. Frysisches Hoheitsgebiet? "Fragt lieber, was die Frysen in den Hoheitsgewässern Ulfurstuds zu suchen haben!"
Der Byrdmannr trat ab. Dann betrat ich den Thingraum der Ulfgard.
Die Abstimmung im Thing war eindeutig. Auf der gegnerischen Seite gab es viele, wenn auch beschädigte Koggen auf unserer Seite eine gut gerüstete Stadt und eine unerfahrene Ulfgard. Der Godhi warf die Knochen und bestätigte wie zufällig das Thingergebnis: "Höggr dürstet weder nach Blut, noch nach Rache." Er schaute mich besorgt an.
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