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Des Braumeisters Tod
Autor(en): Moira Wolfsfell
Doch Ayvon schien mein Unbehagen nicht zu spüren. Hocherhobenen Kopfes - er konnte sich glücklich schätzen, da er diesen, im Gegensatz zu einer anderen Person in dieser Hütte wohl behalten würde - gab er sich völlig unbeeindruckt ob der Schweißperlen, die mittlerweile den Weg über meine Nasenspitze auf den Boden gefunden hatten. "Wißt Ihr Moira", sagte er, durchschritt mit drei großen, bedächtigen Schritten den Raum, ließ sich auf meiner Schlafstatt nieder und legte die verräterischen Stiefel auf die frischgewaschene Wolldecke, "Bráthord war ein sehr schlauer Kerl. Er verstand es nur zu gut, unauffällig seinen Geschäften nachzugehen. Und dabei verdiente er eine große Menge Geld." Der Blick des Korsaren traf mich mitten ins Gewissen. "Sehr viel Geld", betonte er und streckte dabei seine Hand aus, um die dicken, mit Edelsteinen besetzten Ringe, die auf seinen Fingern thronten, genüßlich zu betrachten. Dann wendete er seinen Blick wieder meiner schwitzenden Elendigkeit zu. "Bráthord ist tot. Nun brauchen wir einen Nachfolger, der seine Geschäfte in Ulfurstud übernimmt!"Meine Angst schwang um in Überraschung. War das wirklich das, für das ich es hielt? Ein Angebot, den Korsaren hier in Ulfurstud einen Ort für ihre Schmuggelgüter zu bieten, um im Gegenzug dazu sehr, sehr viel Gold und Edelsteine, Silber und sonstige wertvolle Dinge zu erhalten?
Ayvon stand von meiner Schlafstätte auf und hinterließ auf der Decke einen häßlichen Fleck vom Dreck seiner Stiefel. Noch ehe ich geistesabwesend protestieren konnte, wandte er sich mir noch einmal zu und erhob einen Zeigefinger: "Überlegt es Euch gut: Möchtet Ihr ein wenig Macht und Reichtum genießen? Trefft Eure Wahl. Ich komme wieder."
Mein Kopf schwirrte, als die drei Korsaren meine Hütte verlassen hatten. Noch eine ganze Weile stand ich wie angewurzelt am selben Ort. Dann zog ich mich aus und versteckte mich unter meiner warmen Wolldecke. Ich kauerte mich zusammen und zählte Jakhslytten, bis ich einschlief.
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