Vollmond über Ulfurstud
Autor(en): Stefan Vandenberg
Die kurz darauf einsetzende Woge des Schmerzes war auch für Letitia, die den Umgang mit Schmerz in langen Jahren erlernt hatte, zu viel. Auf ihrer Bauchdecke zeichneten sich die Umrisse der Frucht ab, welche wie zum Gruß ihrer Mutter die Hände entgegen zu strecken versuchte. Noch einmal versuchte sie tief einzuatmen, dann entfuhr ihr ein Schrei, wie ganz Ulfurstud noch keinen gehört hatte.Schweißgebadet, und durch ihre eigenen Schmerzenslaute geweckt, erwachte Letitia de la Fontayne im sanften Licht des vollen Mondes. Ihre Laken, ihr Haar, alles klebte an ihrem nackten Körper. Sofort fasste sie sich mit ihren Händen an den Leib. Festes Fleisch, hart und unversehrt. Erleichtert atmete sie auf. "Nie wieder Hedensaft!", murmelte sie. "Nie wieder Yakhmilch und vor allem keine Städte mehr, die zu Neugeborenenstationen verkommen!" Sie richtete sich auf. Etwas metallisches fiel mit einem leisen Klirren auf den Boden. Einem Instinkt folgend lehnte sie sich aus dem Bett, um es aufzuheben. Im nächsten Augenblick jedoch entglitt ihrem Mund ein spitzer Schrei - das Amulett.
Und von Ferne hörte man leises Singen aus dem Wald hinter dem Griskanal .....