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Mögen Sie Glabers?

Autor(en): Stefan Vandenberg

Devereux entnahm noch weitere und letztendlich war seine Handfläche von ihnen bedeckt. Fréderic wollte ihm gerade einige der als Grillspieße dienenden Glasstäbe reichen, als ein erstaunter Ausruf Moiras die fast zeremonielle Stille, die in der Apotheke eingekehrt war, durchbrach.

"Das ist nicht möglich!" , rief sie aus, "Ihr habt eine ganze Hand voll von diesen Dingern entnommen und das Glas ist immer noch gefüllt. Wie ist das möglich?"

"Nunja, das ist das wirklich Geheimnisvolle an der ganzen Sache. Doch bevor ich es Euch zu erklären versuche, möchte ich Euch diese köstliche Spezialität zum Probieren reichen." Er spießte jeweils mehrere der Glabers auf, und hielt sie ins Feuer. Kurze Zeit und einige Lustlaute später duftete der gesamte Raum köstlich nach Vanille.

Vorsichtig, Devereux Beispiel folgend, knabberte kurz danach auch Moira genussvoll an den wollig-weißen Knäuelchen . Und es schmeckte wirklich köstlich.

"Nun aber zu dem Kristallkelch. Ich war noch jung an Jahren, als ich mich auf einer Wanderung im Gebirge zu weit von meinen Reisegefährten entfernt hatte und deshalb vom Weg abkam. Ich war schon dem Verdursten nahe, als mich ein alter Einsiedler fand, und mir aus diesem Gefäß köstliches Wasser zu trinken gab. Er rette mir mein Leben mit dem herrlichsten Wasser, das ich jemals getrunken habe. So wie ich die Glaber in einer Nährstofflösung unterhalb der lebensspendenden und transformierenden Flamme aufbewahre, so hatte er dort Trinkwasser hinein gefüllt - sein kostbarstes Gut in seinem selbstgewählten Exil. Später in seiner Eremitage zeigte er mir noch weitere Objekte dieser Art, jeweils angefüllt mit Dingen, die sein Überleben erst möglich machten. Da er sehr gastfreundlich war, und ich ihm einige gute Geschichten aus den Dörfern am Fuße des Gebirges zu erzählen wusste, schenkte er mir zum Abschied diesen Kelch."

"Aha, und wie funktioniert er? Ich kann keinen Mechanismus erkennen - alles Kristall!"

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