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Lost in Spheres
Autor(en): Moira Wolfsfell, Grisgrim
Ich schaute mich erschöpft um, immer noch auf der Suche nach der verschwundenen Studur. Erst jetzt bemerkte ich, daß sich die Gegend um mich herum verändert hatte.
In meinem Bauch breitete sich ein kribbelndes Gefühl aus, meine Augen wanderten unsicher über Bäume und Sträucher. Neben Tannen und anderen Nadelhölzern entdeckte ich Bäume mit Blättern, so groß wie Umhänge. Die hölzernen Riesen trugen Früchte in allen Farben, große und kleine, runde und längliche. So etwas hatte ich hier noch nie gesehen!
Dort! Was war das? Hinter einem blaublättrigen Busch lugte ein Augenpaar hervor. Als ein kleiner Windstoß die Blätter zur Seite schob, entdeckte ich den dazugehörigen Körper: Eine Maus, nein, ein Pferd, so groß wie... kleiner als...es war grün... nein! rot-weiß gestreift! Entsetzt kniff ich die Augen zusammen und schüttelte meinen Kopf. Als ich sie wieder öffnete, war das seltsame Tier verschwunden.
"Vid Höggr!" schickte ich ein Stoßseufzer hinauf in den Himmel, "was geschieht nur mit mir?"
Als ich in die grelle Sonne blickte, kam es mir so vor, als wolle der Feuerball dort am Himmel meine Augen verbrennen. Geblendet wandte ich meinen Blick ab und schloß die Augen.
Doch anstatt meinem Hirn etwas Ruhe zu gönnen, tanzten wirre Bilder vor meinen Augen herum; grelle Farben, die ich so noch nie zuvor in der Natur gesehen hatte waberten in einer Welle von duftenden Geräuschen über die Wipfel des Waldes. Ich sah lachende Bäume, die sich nach und nach in winzige Jakhs verwandelten. Sie wechselten ihre Farbe, wurden größer und größer und trabten auf mich zu. Ich wollte gerade schreien, als sich eines dieser angsteinflößenden Wesen zu mir herabbeugte, und sein Gesicht sich in das Grisgrims verwandelte. Freundlich schaute er mich an - ein Gefühl der Geborgenheit umtanzte mich - um kurz darauf seinen Blick in eine abscheuliche Grimasse zu verwandeln: Spitze Zähne ragten aus seinem, nein, meines Bruders ( vgl. Moiras Enzy ) großen Maul hervor, die Augen verzerrten sich zu großen, schwarzen Löchern, in die ich hineingesogen wurde. Ich schrie!
Dann wurde es still um mich herum. Mein Herz schlug wild und ich spürte den Schweiß, der sich von meiner kochenden Haut wegzustehlen versuchte und schließlich verdunstete.
Ich stand wieder auf der Straße mitten in Ulfurstud. Es war Nacht. So schien es jedenfalls.
Der Himmel verdunkelte sich, der Mond erschien so riesenhaft am finsteren Firmament, wie ein schweres Wagenrad, das über mich hinwegrollt. Die Menn und Kunnyren Ulfurstuds rannten hinaus auf die Straße, um das Schauspiel zu beobachten: Wolken zogen auf, schneller, als ein Mannr reiten kann, um sich sodann in einem gigantischen Wirbel zu vereinen. Zuerst ein Rauschen, dann ein tobenes Grollen, welches sich kurz darauf in ein leises Summen verwandelte...
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