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Windspiel

Autor(en): Moira Wolfsfell

Wir verließen mein Hyrd und gingen den von Bäumen geschützten Weg hinauf in Richtung Straße. Trotz des dichten Blätterdaches brannte die Sonne heiß vom Himmel herab, suchte sich Lücken zwischen den Blättern, malte helle Muster auf unseren Weg. Tyggris und ich unterhielten uns über recht unromantische Dinge. So erfuhr ich unter anderem, daß er, wie ich es erwartet hatte, als Byrdmannr der Blumenküstenwache eine Expedition zu begleiten hatte. Diese sei vor wenigen Tagen beendet worden, als feststand, daß vom Umland der Studur keine Gefahr mehr auszugehen schien. Heute noch würde der Flutydlydrar Grisgrim einen Bericht des Expeditionsleiters erhalten, mit der Erklärung, daß es nunmehr unbedenklich sei, sich außerhalb der Studurgrenze Ulfurstuds zu bewegen.

Unser Weg führte uns schließlich durch das Est-Tor der Palisade aus der Studur heraus.
Ich erinnerte mich schmerzhaft an des Werirs Befehl, ich solle diese Palisade erbauen. Es war eine Arbeit, die ich meinem ärgsten Feind nicht zumuten wollte. Bäume fällen, sie von Ästen und Rinden befreien, auf eine Länge sägen, Löcher...
Doch über Nacht war sie zu einem mächtigen, lebendigen Schutzwall für die Studur geworden! Über Nacht hatten sich die Pfähle mit dem Erdreich verbunden, waren angewachsen, wieder zu Bäumen geworden. Eben Gefallene, von der Rinde Befreite hatten sich ihr Recht auf Grün durch die Kraft der Natur erkämpft. Nie hatte ich auch nur ein Wort darüber verloren. Nie hatte ich auch nur die Idee aufkeimen lassen, daß dies ein ungewöhnlicher Vorgang war.

Ich nahm es hin, wie es war und dankte der Natur dafür. Oder wem auch immer.


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