Zum Hügel
Autor(en): André Jarosch
Als Anfang 40 ndF der Winter milder wurde und in den Frühling überzugehen begann, war Moira Slaceo bei der Rekrutierung fähiger Männer zum Bau des Badehauses behilflich. Die Arbeiter fällten in kürzester Zeit die Bäume auf dem Hügel und rissen mit Hilfe kräftiger Jakhs die Wurzeln der Bäume aus dem noch gefrorenen Boden; doch keiner der Walis hatte je solch eine Konstruktion wie die eines Badehauses gesehen - geschweige denn gebaut. Slaceo hatte von daheim eine Zeichnung mitgebracht und eine genaue Vorstellung, wie das Gebäude aussehen sollte, aber die Walis waren, sogar unter persönlicher Anleitung, nur langsam in der Lage diese umzusetzen - denn obwohl sie kräftig anpacken konnten, war ihnen diese Baukunst fremd. Moira war nicht begeistert, als Slaceo eines Morgens freudestrahlend berichtete, daß er lesvodische Baumeister organisiert hatte, indem er dem Herren dieser Leibeigenen eine nicht unerhebliche Summe hatte zukomen lassen. Diese Lesvodies hatten zuvor lediglich in der Nähe begonnen, einen großen Graben zu konstruieren. Der Bau des Griskanals würde so um Wochen zurückgeworfen werden! Nicht, daß dies bei der Größe des geplanten Projektes eine gewaltige Verzögerung darstellen würde - nein - aber es ging ihr ums Prinzip. Zum ersten Mal seit seiner Ankunft in Ulfurstud hatte Slaceo Streit mit der ihm in den letzten Wochen immer vertrauter gewordenen Moira. Nicht, daß er geglaubt hatte, er würde immer und zu jeder Zeit mit jedermann gut auskommen - aber Streit mit der Stadtherrin war bestimmt etwas, daß er auf Dauer sicher nicht brauchen konnte. Sie einigten sich darauf, daß Moira weitere walische und andere Hilfskräfte organisieren würde, wenn nur die lesvodischen Konstrukteure am Ende der Woche wieder an ihre Arbeit zum Griskanal zurückkehren würden. Dank der schnellen Auffassungsgabe des lesvodischen Baumeisters und der zusätzlichen Hilfsarbeiter dauerte es keine weitere Woche, das Haus fertig zu stellen.
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