· 23 · 24 · 25
Windspiel
Autor(en): Moira Wolfsfell
Die Sonne grinste eindringlich durch den wolkendurchtränkten Himmel, als versuchte sie, uns zum Schmelzen zu bringen. Ich fand, daß dies gar nicht mehr nötig war: Ich schmolz in Gegenwart dieses Byrdmannres jedenfalls bei jedem seiner Blicke dahin.
"Vor mehreren Monden war die Umgebung Ulfurstuds wirklich erschreckend. Ich bin froh darüber, daß nun endlich wieder Ruhe eingekehrt ist. Auch, wenn ich mir nicht sicher bin, ob die Blumenküstenwache etwas dazu beigetragen hat, so können sich doch die Ulfurstudaren wieder ohne Angst und Unbehagen außerhalb der Studurgrenzen bewegen." Er schaute mich mit treuen Augen an.
"Ohne Angst, das ist schön" - sagte ich. Küss mich, jetzt! - dachte ich.
"Scheinbar ist Ruhe eingekehrt auf diesem Land, auf dem wir gerade stehen", fuhr er fort - enttäuschenderweise ohne mich zu küssen. "Ich habe euch vor die Tore Ulfurstuds geführt, um euch, liebste Studlydyr, von der Harmlosigkeit unserer Umgebung zu..." Tyggris stockte.
Liebste Studlydyr? Das fing ja wirklich gut an. Weiter, liebster Tyggris, weiter!Doch dieser schaute mit trüben Augen an mir vorbei.
"Tyggris?" Fragenden Blickes schob ich meine Augenbrauen hinauf, so daß sich auf meiner Stirn einige dicke Falten aufwarfen. Dies bemerkend unterband ich sofort diesen Gesichtsausdruck und hoffte, daß mir jene Grimasse nicht allzu tiefe Kerben in mein langsam aber sicher alterndes Gesicht sägen würde. Mit ausdruckslosem Gesicht wiederholte ich meine dringliche und gleichzeitig besorgte Frage: "Tyggris?"
"... um euch von der Harmlosigkeit..."
"...zu was?" Meine Besorgnis schlug um in Langeweile und Ungemach.
Plötzlich riß der Byrdmannr seine Augen weit auf. Er starrte auf etwas, das sich wohl hinter mir befinden mußte. Ich schluckte.
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